• jb

Im Zickzack durch die Maschen

Dieses Tuch habe ich ungefähr vor zwei Jahren schon einmal gestrickt. Es handelt sich um das Briochevron Wrap von Stephen West. Das relativ simple Muster ist so faszinierend, dass ich kurzerhand beschloss, es nochmals zu machen. Auch war mein erstes Exemplar zwar sehr schön gelungen, doch bei einem Gewicht von über 500g ist es nicht wirklich alltagstauglich. Es musste also eine leichtere Sommerversion her.

Diesmal habe ich das Tuch in einem einfarbigen Brioche-Muster gestrickt (statt zweifarbig). Da jedoch die Wolle selber wunderschön ist, tut es dem Tuch keinen Abbruch - im Gegenteil! Die sanften, weil natürlich gefärbten Wollknäuel habe ich eher assoziativ aneinander gereiht: Schritt für Schritt, von gelb zu violett, über grün zu rot und so weiter - anders ging es gar nicht, wenn man sich nicht überfordern will.

Mein Exemplar ist etwas breiter als das Original (im Nachhinein denke ich, es hätte noch breiter sein können), Breite: 82cm, Länge 150cm. Auch diesmal habe ich die Ränder (und zwar alle vier) ziemlich aufwendig umgehäkelt, damit sie etwas voluminöser sind und das Tuch auf diese Weise geschützt wird. Die viele Arbeit hat sich letztendlich gelohnt, denn sie springen sofort ins Auge und fühlen sich wunderbar flauschig an.

Leider hat es in dem gestrickten Gewebe ein paar sichtbare Fehler, sprich in bin vom Muster abgekommen, wodurch sich das Brioche-Muster auf Wege begeben hat. Hätte ich es korrigieren können - da bin ich mir sicher - dann hätte ich das Tuch kurzerhand aufgemacht. Da ich jedoch mit Mohair + Lace-Wolle gestrickt habe, war es mir schlicht unmöglich, die beiden zu entwirren. Und so musste ich die Fehler schweren Herzens akzeptieren, was im Nachhinein gar nicht so schlecht ist. Ich meine, ein Muster ist ja nichts anderes als eine systematische Wiederholung von gewissen Maschen-Abläufen. Hätte ich die Fehler also immer wieder wiederholt, hätten sie auch eine Art Muster ergeben. Manchmal denke ich, es sind gerade die Fehler, die ein Stück Gewebe persönlich machen. In meinem ersten Briochevron Tuch hat es auf 2m Länge keinen (!) einzigen Fehler, was zwar erfreulich, doch irgendwie auch merkwürdig ist, da man die Spur der Hand und ihre Abweichungen gar nicht sieht. Es hätte genauso von einer Maschine gemacht werden können. Fehler und Unregelmässigkeiten im Muster haben also auch gewisse Vorteile!

Zum Eintauchen ins Brioche-Muster biete ich eintägige Kurse für kleine Gruppen an

. Termine individuell nach Vereinbarung.


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Arbeit an der Masche

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