Tipps für das Arbeiten mit pflanzlicher Tinte

 

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Pflanzliche Tinten sind Farbextrakte aus z.B. Obstschalen, Beeren, Baumrinde, Kernen, Blüten und sonstigen Pflanzenteilen. 

Die Farbe und Konsistenz jeder Tinte hängt von den Zutaten ab und variiert in Abhängigkeit von diesen. Im Gegensatz zu Aquarellfarben ist die Tinte bereits in einem flüssigen Zustand, was das Arbeiten mit ihr erleichtert. Am bequemsten ist es, mit der Pipette ein paar Milliliter Tinte in ein Schälchen abzufüllen. Bitte beachten, dass je länger die Tinte an der Luft steht, umso dickflüssiger wird sie. Bei Bedarf lässt sie sich mit ein paar Tropfen Wasser verdünnen. 

Je länger die Tinte an der Luft steht, umso dickflüssiger wird sie (insbesondere Walnuss- oder Holunder-Tinte). Mit dickflüssiger Tinte lassen sich Stoffe und Papier bedrucken (nicht waschecht) und anschliessend besticken. Die auf diesem Weg gewonnenen Muster sind sehr persönlich und können beliebig weiterbestickt werden (Bild unten). Auch eine Kombination mit Aquarellfarben ist möglich. 

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Am schönsten ist es, wenn mit der Tinte z.B. draussen im Garten, aufm Balkon oder im Wald gearbeitet wird. Auf diese Weise kann sie ihre ganze Wirkung entfalten, die Pigmente schimmern goldig in der Sonne und der Duft und die Farbe erfreuen die Sinne. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt; es können sowohl Hände, Pflanzen oder Hölzer fürs Auftragen benützt werden.

Die pflanzlichen Farbpigmente lassen sich aufm Papier einfacher als Aquarellfarben verteilen. Für eine gleichmässige Fläche empfehle ich, die zu bemalenden Stellen zunächst mit Wasser zu bestreichen und ein paar Sekunden zu warten. Die auf diese Weise aufgetragene Tinte ist zunächst hell, nach dem Trocknen kann bei Bedarf weitere Schicht aufgetragen werden. Ideal sind mehrere Pinsel, dies vereinfacht die Arbeit wesentlich (Bild schwarzer Wal, Tinte zwei Mal aufgetragen). Bei bedarf kann die bemalte Fläche mit einem Fixierungsspray besprüht werden.

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Für das Arbeiten zu Hause empfehle ich einen sonnigen oder hellen Ort, am besten am Fenster. Bei mehreren Farben ist es am sinnvollsten nur kleine Mengen Tinte abzufüllen, ein Schälchen mit Wasser und ein Stück Baumwollstoff (für den Pinsel) sollten ebenfalls bereitstehen. 

Das Mischen einzelner Farben, sowie ihre Farbintensität in Bezug auf Wasser sollten vorher getestet werden. Die Liguster-Tinte ist im natürlichen Zustand violett, wird sie jedoch mit Wasser gemischt, verwandelt sie sich zu einem Blauton. Wenn Du mehrere Farben aufeinander aufträgst, so beginne zuerst mit der hellsten. Für die Farbübergänge ist es sinnvoll, die Fläche zuerst mit Wasser zu bemalen. Lässt man/frau die Tite ein wenig trocknen, lassen sich verspielte Farbeffekte kreieren. Bilder Liguster Wal (blau) und bunt (Rosmarin, Granatapfel und Holunder).

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Und zu guter Letzt noch etwas zu schwarzer Tinte. Diese Farbe (aus Holzkohle gewonnen) ist nach einmaligem Auftragen eher gräulich, nach der zweiten Schicht allmählich schwarz und nach jedem weiteren Auftragen natürlich noch intensiver. Als Unterlage kann anstatt Wasser auch eine helleTinte verwendet werden (Bild 1, Granatapfel-Tinte). Abgefüllt in einem Schälchen, lässt sich die Tinte mit dem Pinsel über den Rand hinaus spritzen, wodurch winzige Tropfen aufm Papier entstehen (Bild 2). 

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Ich wünsche Euch viel Spass beim Malen und Experimentieren mit meinen pflanzlichen Tinten! Wer gerne mehr zur Herstellung erfahren möchte, der/die ist herzlich in meinem Kurs Eco Prints willkommen! Nächster Termin ist der Samstag, 5. März 2022.