• jb

Maru goes abstract

After almost a year I’ve finally finished this blanket. It is inspired by a photograph of a cat I made a few years ago. Since I love the cat so much I’ve decided to dedicate her an unusual portrait. The blanket consists of 60 squares knitted in domino style (which means decreasing a few stitches every second row). The abstract style of arranging the form and colors is inspired by modern painting, especially by works of Gerhard Richter. The blanket itself is a little bit bigger than the portrait, since I’ve added a border (in blue-orange colors). The border is also the place where the light comes into the picture, first yellow (left, above) slightly changing into blue and than orange again. The cat itself is recognizable by the green eye and the pink nose, the blackandwhite stripes symbolize its hair. However, when I first looked at the finished portrait the cat appeared to me in frontal view (and I can’t change the way I see it anymore). 


Nach fast zwölf Monaten hat die Arbeit an diesem Tuch endlich ein Ende gehabt. Was eher als ein Strick-Experiment angefangen hatte, entwickelte sich allmählich zu einem immer grösseren Projekt. Am Anfang war die Idee, ein fotografisches Porträt in eine gestrickte Fläche umzuwandeln. Da das Ganze auch praktisch sein sollte (zum Beispiel als Yoga- und Allzweckdecke), beschloss ich, die relativ grosse Fläche in einzelne Quadrate zu zerlegen. Auf diese Weise bleibt das Tuch schön in Form und auch die Gestaltung der einzelnen Teilflächen lässt sich so besser kontrollieren. 

Obwohl man eine relativ einfache Strick-Technik verwendent, bleibt eine ganze Menge von Details, auf die man achten muss. Bereits die Auswahl der Farben hat viel Zeit in Anspruch genommen; nach wochenlangem hin-und-her hatte ich mich bei der Verteilung der Hell- und Dunkeltöne endlich entschieden. Da mein gestricktes Projekt breiter als das ursprüngliche Foto ist, musste ich noch Ränder hinzufügen. Und da Schwarz bereits für den Katzenkörper reserviert war, musste ich mir etwas einfallen lassen. Also beschloss ich das Licht, so, wie es sich auf dem Foto um die Katze herum verteilt, in die Maschen aufzunehmen und zu erweitern. Die Lichtquelle ist in der oberen linken Ecke angesiedelt, ab der Hälfte wechseln die kalten (blau-grau) und warmen (orange-gelb) Strahlen, denn dort ist (oder eher war) der Spiegel, der den schwarzen Rücken der Katze beleuchtet. Im Mittelpunkt ist die Katze (Maru heisst sie) platziert, ihr sind ganze 4 x 8 (Breite x Höhe) Quadrate gewidmet, der Rest ist der Rand. Es ist sehr hilfreich, wenn man sich bei solchen Projekten Skizzen macht und auch den Verbrauch der Wolle ein bisschen plant. Vor allem die farbigen Stränge, die allesamt von Hand gefärbt sind, sollte man im Voraus kaufen, damit man sieht, mit welchen Farbtönen man arbeitet. 


Die erste Hälfte liess sich gut und relativ rasch stricken, wahrscheinlich weil man am Anfang stärker motiviert ist. Ab der Hälfte wurde es etwas langsamer, so dass ich mich richtig zusammenreissen musste, um weiter zu machen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich sehr behutsam vorgehen musste, um die Tierform immerhin ein bisschen zu treffen. Auch sollte man keine Fehler in der Farbwahl machen, denn die Quadrate bauen aufeinader auf und lassen sich später nicht mehr korrigieren. Der Schluss war auf seine Art zermürbend, da hier sehr viel Farbwechsel war und nachher musste ich all die Fäden (es waren wohl hunderte) sauber einarbeiten. Dies ist eine schreckliche Arbeit, die mir immer endlos vorkommt. Der gehäkelte Rand (schwarz-weiss) wiederum ging sehr gut voran, fast von selbst (aber wirklich nur fast!).

Nach dem Waschen, als ich die Decke zum Trocknen ausgebreitet habe, hatte ich wirklich das Gefühl, einen Maschen-artigen Abdruck von Maru vor mir zu haben. Doch je mehr ich das Bild ansehe, umso mehr sehe ich nun den Katzenkopf als ob frontal gedreht, das Muster scheint eine eigene Dynamik entwickelt zu haben.

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Arbeit an der Masche

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